Im Süden nix neues

9. Juli 2013

In einem bemerkenswerten Interview gibt der Spitzenkandidat der Bayern-SPD Christian Ude, nach der Räumung eines Camps von hungerstreikenden Flüchtlingen ein paar Aussagen zum Besten, die zeigen, dass sich auch (oder gerade?) mit der SPD an der Regierung in Bayern nix wesentliches ändern würde:

„Da habe ich schon drei Tage vorher Wetten abgeschlossen: Die Schwangere ist wahrscheinlich nur dabei, damit man hinterher erzählen kann, sie sei von der Polizei misshandelt worden sei. Das gehört zum klassischen Repertoire.“

„Ich halte im Gegenteil vieles, was die Szene verkündet, für grob unerträglich, wenn sie etwa kein Wort des Bedauerns findet, dass Rettungsfahrzeuge behindert werden sollten. Ich erinnere mich, wie wir alle empört waren, als in Hoyerswerda Neonazis Rettungsfahrzeuge behindert haben. Da hieß es, das sei versuchter Mord. Und jetzt wird das plötzlich als politische Widerstandshandlung begrüßt.“

Und das kann die CSU halt noch besser.

„Ihr seit Deutsche“

10. Dezember 2009

Die Nazis vom Freien Netz Süd treten auch wirklich in jedes Fettnäpfchen.
Der neueste peinliche Artikel gipfelt in der Aussage „Für uns seit (sic!) ihr keine Russlanddeutschen, für uns seit (sic!) ihr ein Teil unseres Volkes. Ihr seit (sic!) DEUTSCHE!!!“

freies netz sued seit seid

Ich sage:
Russlanddeutsche! Lasst euch von den Nazis nicht verarschen. Die können nämlich noch nicht mal die deutsche Sprache richtig!

Zum weiterlesen für Nazis:
http://www.seidseit.de/

edit: Der seid-seit-Fehler wurde inzwischen von den Nazis korrigiert, der Screenshot wird aber als ewiges Schandmal hier stehen bleiben.

Verschwörungtheoretiker Beckstein

30. September 2009

«Das Spiel Counter-Strike wurde von der US-Army entwickelt, um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen. Derartige Spiele gehören nicht nur zensiert, sondern verboten!» so äußerte sich Günther Beckstein, ex-Innenminister und Ministerpräsident von Bayern laut der Nürnberger Lokalzeitung NN auf einer CSU-Veranstaltung in Nürnberg.
Das ist natürlich ganz falsch. Wie jeder weiß, der schon mal Counter-Strike gespielt hat, wurde das Spiel von den Illuminaten entwickelt, um reaktionären Idioten Politikern Vorwände zu liefern, Zensur und Verbote zu fordern.

Bayern setzt Rechtsstaat außer Kraft

29. September 2009

In München wurden am Samstag zwei Männer aus offensichtlich fadenscheinigen Gründen von der Polizei in Gewahrsam genommen. Sie sollen angeblich Islamisten mit Kontakten zu Al Kaida sein und bis zum Ende des Oktoberfestes eingesperrt werden. Die Anwältin eines der beiden hat unterdessen Anzeige wegen Freiheitsberaubung gegen die zuständige Richterin erstattet. Wie der Spiegel berichtet, „fürchten die Behörden, dass sich die Männer durch die Terror-Botschaften der letzten Tage, vor allem durch die Bänder des al-Qaida-Propagandisten Bekkay Harrach, aufgerufen fühlen könnten, Anschläge in der bayerischen Metropole zu planen und durchzuführen. Auch wenn es keine konkreten Hinweise gebe, so die Argumentation, habe man in der aktuellen Gefährdungslage nicht riskieren können, dass sich die beiden frei bewegen können.“ Besonders perfide ist die Taktik der Polizei, dass den beiden vorgeworfen wird, sie hätten ihre Observation erschwert. So hatte einer von ihnen angegeben, „er habe selber am Samstag die Polizei angerufen, da ihm ein verdächtiges Fahrzeug vor seinem Haus aufgefallen war.“ Auch die Konstruktion, die Festgenommenen hätten Kontakte zu Al Kaida, scheint mehr als wacklig zu sein. So scheinen die angeblichen Kontakte laut der Anwältin eher flüchtige Bekanntschaften gewesen zu sein.

Das Böse in der S-Bahn

17. September 2009

„Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was die rohe, gemeine und niederträchtige Attacke verniedlichen, erklären oder gar rechtfertigen könnte.“
Ja, sie war einfach böse.
Telepolis-Blogger Rudolf Maresch hat mir anscheinend einiges voraus. Während ich nur ein schier unentwirrbares Knäul gesellschaftlicher Faktoren zu entwirren versuche, kann er gut und böse unterscheiden.

P.S.: Für alle Idioten: Es geht mir sicher nicht darum, die Tat der beiden Jugendlichen zu verharmlosen, aber deren Verhalten hat sicherlich Gründe. Gründe, die vielleicht nichts rechtfertigen, aber einiges erklären.

Gostenhof rulez

6. Juli 2009

Im Nürnberger Stadtteil Gostenhof* hat die Polizei ein Kneipenfestival überfallen. Die Lokalzeitung berichtet ungewohnt kritisch unter dem Titel „Polizisten machten Hetzjagd“.

NACHTRAG: Inzwischen haben schon zahlreiche „Anwohner“, die die Polizei verteidigen und sich über laute Musik und böse Autonome beklagen, „Leserbriefe“ geschrieben, welche die Lokalzeitung online veröffentlicht hat. Ich kann ja verstehen, dass sich Anwohner nicht über angezündete Mülleimer und laute Musik freuen. Aber wenn z.B. eine Martina Meier wegen so ein bißchen Krawall schon wegziehen will und das einen „Krieg“ nennt, dann muss ich schon sagen, dass man es mit dem Ruhebedürfnis auch übertreiben kann. Vielleicht setzen sich ja die „Autonomen“ mal in Verbindung mit den „Anwohnern“ und klären das.

*Gostenhof ist sozusagen der linke-Szene-Stadtteil in Nürnberg.

Das bayrische Lagersystem abschaffen!

9. Juni 2009

Am kommenden (verlängerten) Wochenende finden vom 11. bis zum 14. Juni in München Aktionstage gegen die Zwangsunterbringung von Flüchtlingen in Lager statt. Ziel der Aktionen ist es, weiter Druck auf den bayrischen Landtag auszuüben, der eine Lockerung der Lagerstrategie, mit der Flüchtlinge zur „freiwilligen“ Ausreise genötigt werden sollen, plant. Die Forderung der veranstaltenden Flüchtlingsorganisationen und Antira-Gruppen ist die völlige Abschaffung der lager.

Wie bei Indymedia zu lesen ist, fürchtet die bayrische Staatsregierung nun offenbar, dass viele Flüchtlinge in die bayrische Hauptstadt kommen, um im Rahmen der Anti-Lager-Aktionstage gegen die menschenunwürdige Lagerpolitik des Freistaates zu demonstrieren. Auch, dass dann viele Flüchtlinge sich über ihre Situation in den Lagern austauschen und am schlimmsten noch anderen Menschen davon erzählen könnten ist gar nicht im Interesse der CSU. Die Zentrale Rückführungsstelle (ZRS) Nordbayern hat offenbar mit Rückendeckung des Innenministeriums die Ausländerbehörden angewiesen, keine Befreiung von der Residenzpflicht zu erteilen, wenn Flüchtlinge diese für einen Besuch der Aktionstage beantragen.

Die VeranstalterInnen der Aktionstage weisen nun darauf hin, dass „Der Verstoß gegen eine Beschränkung auf den Landkreis ist für Geduldete nur eine Ordnungswidrigkeit. Er kann also zu einer Geldbuße führen, nicht aber zu einer Strafe und damit einem späteren Ausschluss von einem humanitären Aufenthaltstitel.“ Dennoch werden sich viele Geduldete aufgrund ihrer ohnehin schwierigen Situation sich das zweimal überlegen. Umso wichtiger ist es, dass viele Menschen, die nicht selbst unmittelbar betroffen sind den Kampf der Flüchtlinge unterstützen. Also auf nach München!

Kommunistenhatz in Nürnberg

16. Februar 2009

Wie auch schon andere berichteten hetzen Lokalmedien und die Nürnberger Stadtspitze gerade gegen den Gegenstandpunkt. Der hatte eine Veranstaltung zum Konflikt im Nahen Osten in städtischen Räumen unter dem Titel „Noch ein Krieg für das unersättliche Existenzrecht Israels“ durchgeführt. Besonders bemerkenswert ist der Kommentar von Alexander Brock im antikommunistischen Kampfblatt Lokalblatt Nürnberger Nachrichten.
Zitat:

Doch ist bei der Marxistischen Gruppe klar: Sie steht der Demokratie feindlich gegenüber und kritisiert nicht nur den Staat Israel – nein, sie findet auch, dass das Land mit seinen Bürgern keine Existenzberechtigung hat. Die Protagonisten sind geschickt genug, das in ihren Texten zu verschleiern, um künftige Auftritte nicht zu gefährden.

Das ist also klar, Herr Brock? Man mag ja vom Gegenstandpunkt halten was man will, aber das ist schlicht Verleumdung. Vor allem dem Gegenstandpunkt zu unterstellen, dass er den Bürgern Israels das Existenzrecht abspreche, kann nur als schäbige Hetze bezeichnet werden. Ein weiterer journalistischer Tiefpunkt der SPD-nahen Nürnberger Nachrichten. Pfui!

Der Mann ohne Erinnerung

17. Dezember 2008

suspense
Es klingt wie der Plot eines Hitchcock-Films:
Ein Mann läßt sich von einem Verwandten ins Krankenhaus fahren. Seit einer Woche quälten ihn in seiner Wohnung höllische Kopfschmerzen. Die Ärzte stellen einen Kopfschuss fest, doch der junge Mann kann sich an nichts erinnern.

Doch die Geschichte soll wirklich passiert sein und zwar vor kurzem in Nürnberg. Mal sehen was im Lauf der Zeit an Mystery-Faktor übrig bleibt.

„Das sich ständig beleidigt Fühlen“

25. November 2008

Bei Indymedia ist eine Erklärung des Ca ira Verlag aufgetaucht, der vor kurzem von der Linken literaturmesse ausgeschlossen wurde. Ich hoffe mal, sie ist eine Fälschung. Ansonsten fürchte ich sehr um den Geisteszustand der Ca Ira-Verleger.