Was ist ein Menschenleben wert?

6. August 2010

Dem Verteidigungsministerium genau 5000 Dollar. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen nämlich, wie mehrere Medien berichten, die Familien der insgesamt 102 Opfer des Luftschlages von Kundus im Herbst des vergangenen Jahres 5000 US-Dollar erhalten. In gleicher Höhe waren auch die Angehörigen der fünf afghanischen Soldaten entschädigt worden, die am Karfreitag bei Kundus von der Bundeswehr getötet worden waren.

Natürlich weigert man sich im Verteidigungsministerium, das ganze als „Entschädigung“ zu bezeichnen, vor allem aus rechtlichen Gründen. Es wäre aber natürlich auch sehr zynisch, eine solch geringe Summe für das kaltblütige Töten von Menschen als adäquate Entschädigung auszuweisen. Selbst, wenn diese Summe in Afghanistan angeblich der „landestypischen Art und Sitte“ entspräche.

Ganz im Sinne deutscher Großherzigkeit spricht man deshalb lieber von einer „Unterstützungsleistung“ oder „humanitären Hilfe“. So wird aus einem Massaker ein toller Beitrag zur Verbesserung der Welt.

Nun soll jedoch sicher gestellt werden, dass das Geld nicht „in falsche Hände kommt“. Leider würden die 510.000 Dollar wahrscheinlich nicht ausreichen, um Waffen zu kaufen, die die Bevölkerung vor erneuten Segnungen der deutschen Außenpolitik beschützen könnten.