Verschwörungtheoretiker Beckstein

30. September 2009

«Das Spiel Counter-Strike wurde von der US-Army entwickelt, um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen. Derartige Spiele gehören nicht nur zensiert, sondern verboten!» so äußerte sich Günther Beckstein, ex-Innenminister und Ministerpräsident von Bayern laut der Nürnberger Lokalzeitung NN auf einer CSU-Veranstaltung in Nürnberg.
Das ist natürlich ganz falsch. Wie jeder weiß, der schon mal Counter-Strike gespielt hat, wurde das Spiel von den Illuminaten entwickelt, um reaktionären Idioten Politikern Vorwände zu liefern, Zensur und Verbote zu fordern.

Bayern setzt Rechtsstaat außer Kraft

29. September 2009

In München wurden am Samstag zwei Männer aus offensichtlich fadenscheinigen Gründen von der Polizei in Gewahrsam genommen. Sie sollen angeblich Islamisten mit Kontakten zu Al Kaida sein und bis zum Ende des Oktoberfestes eingesperrt werden. Die Anwältin eines der beiden hat unterdessen Anzeige wegen Freiheitsberaubung gegen die zuständige Richterin erstattet. Wie der Spiegel berichtet, „fürchten die Behörden, dass sich die Männer durch die Terror-Botschaften der letzten Tage, vor allem durch die Bänder des al-Qaida-Propagandisten Bekkay Harrach, aufgerufen fühlen könnten, Anschläge in der bayerischen Metropole zu planen und durchzuführen. Auch wenn es keine konkreten Hinweise gebe, so die Argumentation, habe man in der aktuellen Gefährdungslage nicht riskieren können, dass sich die beiden frei bewegen können.“ Besonders perfide ist die Taktik der Polizei, dass den beiden vorgeworfen wird, sie hätten ihre Observation erschwert. So hatte einer von ihnen angegeben, „er habe selber am Samstag die Polizei angerufen, da ihm ein verdächtiges Fahrzeug vor seinem Haus aufgefallen war.“ Auch die Konstruktion, die Festgenommenen hätten Kontakte zu Al Kaida, scheint mehr als wacklig zu sein. So scheinen die angeblichen Kontakte laut der Anwältin eher flüchtige Bekanntschaften gewesen zu sein.

Revolutionär organisierte Jugendaktion

In Nürnberg gibt es offensichtlich eine neue revolutionäre Jugendgruppe.

Interessant ist, dass die Internetseite vermuten lässt, dass der Schwerpunkt auf klassenkämpferischer Politik liegt:

wir sind viele und die KapitalistInnenklasse lebt von unserer Arbeit. Wir alle können uns nur selbst befreien. Erst wenn sich die Menschen genau dieser Perspektive bewusst werden kann eine echte Gegenmacht entstehen.

ROJA

Mal sehen, wie sich das entwickelt…

Sozialticket als Teil antikapitalistischer Perspektive?

Da werde ich hingehen:

Sozialtickets für Nürnberg und Düsseldorf! Zusammen kämpfen für unsere Interessen!
Aktueller Stand und antikapitalistische Perspektive
Podiumsveranstaltung mit organisierte autonomie (Nürnberg) und initiative k (Düsseldorf)

Beschreibung:
Seit über einem halben Jahr ist in Mittelfranken das Bündnis Sozialticket aktiv. Gefordert wird die Einführung eines Sozialtickets im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), damit auch Menschen mit geringem Einkommen mit Bussen und Bahnen fahren können. Um Druck auf die politisch Verantwortlichen in den Rathäusern auszuüben, wurden an zahlreichen Infotischen und bei Kundgebungen in Nürnberg, Fürth und Erlangen tausende Gespräche mit den Menschen dort geführt. Nun haben über 10 000 Menschen die Forderung nach dem Sozialticket – und mittelfristig nach dem Nulltarif in Bus und Bahn – mit ihrer Unterschrift unterstützt.

In Düsseldorf gibt es eine ähnliche Sozialticketinitiative. Sowohl in Düsseldorf als auch in Nürnberg sind von Anfang an antikapitalistische Gruppen an den Sozialticketbündnissen beteiligt. Die organisierte autonomie (OA) aus Nürnberg und die initiative k (Mitgliedsgruppe des Koordinierungskreises antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf und Umland – Antifa-KOK) diskutieren Unterschiede und Gemeinsamkeiten, mögliche Aktionsformen und die antikapitalistische Perspektive der Sozialticket-Aktivitäten in den beiden Städten. Die VeranstalterInnen hoffen außerdem auf eine spannende Diskussion mit den VeranstaltungsbesucherInnen.

Veranstalter: organisierte autonomie (OA)

Eintritt frei

Donnerstag, 1.10.2009
Stadtteilzenrum DESI, Brückenstr. 23, Nürnberg
Beginn: 19:30 Uhr

Jemand liest mit

Es ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, wenn ich im Alltag mitbekomme, dass Menschen tatsächlich meinen Blog lesen. Ich habe bisher wenig Menschen erzählt, dass ich diesen Blog betreibe. Heute hat ein netter Mensch, den ich schon länger kenne, in der Kneipe gefragt, wer denn dieser Nachdenklich sei. (Es ging gerade um Blogs im Allgemeinen und Blogsport im Speziellen.)

Da habe ich es ihm gesagt.

Jetzt im Nachhinein ärgere ich mich ein bißchen, dass ich nicht gefragt habe, was dieser nachdenklich denn so schreibt…

Naja, beim nächsten mal.

P.S.: Wenn Du mitliest „netter Mensch“: viele Grüße!

Das Böse in der S-Bahn

17. September 2009

„Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was die rohe, gemeine und niederträchtige Attacke verniedlichen, erklären oder gar rechtfertigen könnte.“
Ja, sie war einfach böse.
Telepolis-Blogger Rudolf Maresch hat mir anscheinend einiges voraus. Während ich nur ein schier unentwirrbares Knäul gesellschaftlicher Faktoren zu entwirren versuche, kann er gut und böse unterscheiden.

P.S.: Für alle Idioten: Es geht mir sicher nicht darum, die Tat der beiden Jugendlichen zu verharmlosen, aber deren Verhalten hat sicherlich Gründe. Gründe, die vielleicht nichts rechtfertigen, aber einiges erklären.

Früher war alles… anders?

11. September 2009

Es ist (für mich) überraschend, welch hohen Stellenwert die Auseinandersetzung mit Nazis anscheinend in der Jugendkultur der 90er Jahre hatte. Zumindest sieht es in diesem Clip so aus: