Sozialticket Jetzt!

31. Juli 2009

Infoseite des Bündnis Sozialticket, das ein Sozialticket für 11,23 Euro im Raum Nürnberg, Fürth, Erlangen fordert.
Bündnis Sozialticket Nürnberg

Gostenhof rulez

6. Juli 2009

Im Nürnberger Stadtteil Gostenhof* hat die Polizei ein Kneipenfestival überfallen. Die Lokalzeitung berichtet ungewohnt kritisch unter dem Titel „Polizisten machten Hetzjagd“.

NACHTRAG: Inzwischen haben schon zahlreiche „Anwohner“, die die Polizei verteidigen und sich über laute Musik und böse Autonome beklagen, „Leserbriefe“ geschrieben, welche die Lokalzeitung online veröffentlicht hat. Ich kann ja verstehen, dass sich Anwohner nicht über angezündete Mülleimer und laute Musik freuen. Aber wenn z.B. eine Martina Meier wegen so ein bißchen Krawall schon wegziehen will und das einen „Krieg“ nennt, dann muss ich schon sagen, dass man es mit dem Ruhebedürfnis auch übertreiben kann. Vielleicht setzen sich ja die „Autonomen“ mal in Verbindung mit den „Anwohnern“ und klären das.

*Gostenhof ist sozusagen der linke-Szene-Stadtteil in Nürnberg.

Der islamophobe Mord in Dresden, der angeblich nicht zu verhindern war

Wer sich heute vor der bundesdeutschen Klassenjustiz Gerechtigkeit erwartet, wird, zumindest als MigrantIn potentiell vor Gericht erstochen oder erschossen. Die 32-jährige Ägypterin Marwa El-Sherbini wollte vor einem Dresdner Gericht gegen einen Mann, der sie auf einem Kinderspielplatz als “Islamistin“, “Schlampe” und “Terroristin” tituliert hatte, aussagen. Sie wollte Gerechtigkeit, wollte, dass der Staat einem Rassisten aufzeigt, dass es verboten ist, andere Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihrer Religion zu diskriminieren. Der Täter hat sie im Gerichtssaal mit 18 Messerstichen ermordet und ihren Mann schwer verletzt. Als ob das nicht genug wäre, hat ein Polizist noch ihren Ehemann ins Bein geschossen. Der Polizist „habe die Situation verkannt“, so der Dresdner Oberstaatsanwalt.

Bemerkenswert ist, dass eine Gerichtsverhandlung, bei dem es um eine rassistische Straftat geht, nicht mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, aber bei total popeligen Angelegenheiten, bei denen noch nicht mal klar ist, ob es sich überhaupt um eine Straftat handelt, z.B. Metalldetektoren Standard sind. So gab es in Nürnberg im letzten Jahr einen legendären Prozess gegen vier Antifaschisten, denen allen ernstes vorgeworfen wurde, sie hätten mit Straßenmalkreide (!) auf Hauswände gemalt. Vor der Verhandlung mussten alle BesucherInnen und natürlich auch die Angeklagten einen Metalldetektor durchschreiten und ihre Taschen ausleeren, wie auf dem Bild schön zu sehen ist.

Kreideprozess Metalldetektor

Quelle

Es ist ein Skandal, dass jetzt im Fall Dresden so getan würde, als hätte man im Vorfeld keine Gefahr für die ermordete Geschädigte und Zeugin Marwa El-Sherbini erkennen können. Der Täter soll in der ersten Instanz gesagt haben „solche Leute“ könne man gar nicht beleidigen, weil sie „keine richtigen Menschen“ seien. Zumindest hätte man den Angeklagten nach einer solchen Äußerung auf Waffen durchsuchen und von ZeugInnen fern halten müssen. Das dies nicht getan wurde, zeigt, dass hierzulande die Menschenwürde nur auf dem Papier an erster Stelle steht.

Ungewohntes Verständnis

2. Juli 2009

Es gibt so Momente, da verstehe ich, warum manche Leute, mit denen ich sonst nicht viel gemeinsam habe, so Parolen rufen wie: „Kühe, Schweine, Ostdeutschland!“

Einer dieser Momente war derjenige, als ich auf diese Nachricht aufmerksam wurde: „Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel für Toleranz ab“