KV muss bleiben

25. Februar 2009

Irgendein KV-Dingsbums in Nürnberg soll bleiben. Darf es von mir auch. Demo am Samstag.

www.kv-bleibt.de

Glühbirne kaputt

24. Februar 2009

Nachdem mir gerade zum gefühlten 57. Mal in diesem Monat eine Glühbirne in meiner Zimmerlampe durchgebrannt ist, freue ich mich besonders auf September, wenn ich dann nur noch sauteure Energiesparlampen kaufen darf, die bei dem verkackten Stromnetz hier im Haus bestimmt genauso schnell den Geist aufgeben. Scheiß EU! Wieso machen eigentlich nur so wenig Leute was gegen die Spinner in Brüssel?

Großer Medien-Wettbewerb: Wer ist antisemitischer? Deutsche oder Migranten?

„Grünen-Chef“ Cem Özdemir warnt gerade vor Antisemitismus unter muslimischen MigrantInnen. Solcherlei Warnrufe wären eigentlich nichts besonderes, wenn die Medien nicht wieder einen Wettbewerb darüber aufmachen würden, wer von ihnen am besten eine angeblich BESONDERS besorgniserregende Antisemitische Haltung dieser Bevölkerungsgruppe aus Studien herauslesen kann. Konkreter Anlass für Özdemirs zeitgeistgemäße Warnung ist eine Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung mit dem Titel „Die Juden sind Schuld“. (Um etwas über die Qualität der Broschüre aussagen zu können, muss ich sie allerdings erst noch lesen.) Zumindest bei der AFP scheint man aber noch vorsichtig zu sein. In deren Agenturmeldung heißt es, dass es „bisher allerdings keine aussagekräftigen Studien darüber [gibt], welches konkrete Ausmaß und welche Ursachen der Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen hat.“

Dass die meisten Medien in ihrer Berichterstattung über Özdemirs Warnung diesen zwar beiläufig formulierten, aber wichtigen Satz weggelassen haben, erscheint gerade angesichts eines fundiert belegten Antisemitismus eines großen Teils der deutschen Bevölkerung doch etwas unsauber.

Nebenbei bemerkt mögen übrigens auch mindestens 21% der Deutschen auch generell keine MigrantInnen, wobei es in Bayern besonders schlimm sein soll.

P.S.: Die Autoren der o.g. Broschüre verweisen auf die Studie von 2007 „Muslime in Deutschland“ im Auftrag des Bundesinnenministeriums. Darin habe eine „substanzielle Minderheit“ von 500 befragten muslimischen Schülerinnen und Schülern antijüdische Ressentiments geäußert. Der Aussage „Menschen jüdischen Glaubens sind überheblich und geldgierig“ stimmten unter jungen Muslimen 15,7 Prozent zu.
In der oben auch verlinkten Studie der Friedrich Ebert Stiftung stimmen knapp 15% der Deutschen folgenden Aussagen zu: „Die Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen.“ (15%) „Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns.“ (14,5%)
Ich würde mal sagen es steht unentschieden ;-)

Konferenz gegen Krieg und Militarismus in Nürnberg

21. Februar 2009

Am 7.3. veranstaltet die organisierte autonomie eine Konferenz, auf der sich anläßlich des NATO-Jubiläums inhaltlich mit kapitalistischer Kriegspolitik auseinandergesetzt werden soll. Das Programm sieht auch ganz spannend aus. Sogar eine Party gibt’s danach. Da bin ich ja mal gespannt…

Konferenz Nürnberg NATO

Das unerträglich inflationäre Verteilen von Antisemitismusvorwürfen

18. Februar 2009

Nun beschäftigt sich auch das pro-israelische Online-Portal Hagalil mit der Veranstaltung des GegenStandpunktes, die im Nürnberger Künstlerhaus K4 unter dem Titel “Bomben und Panzer in Gaza : Noch ein Krieg für das unersättliche Existenzrecht Israels” statt fand. Autorin Doris Kalveram, übrigens bekannt für ihre pro-israelischen Artikel und ihre Hetze gegen „die deutsche Linke“ (was immer auch das sein soll), beginnt auch gleich mit einem Antisemitismusvorwurf

„Wer wissen wollte, weshalb eine städtische Einrichtung antisemitische Parolen verbreitet, wurde auf die Geschichte verwiesen.“

Was darauf folgt ist eigentlich nur der (schlechte) Versuch, die Nürnberger Stadtspitze unter Druck zu setzen, Linke Veranstaltungen im K4 zu verbieten. Auf die Veranstalter wird sogar der schlimmste Bann-Spruch ausgesprochen „Hamas-Versteher“. Aufgehängt an einem mehr als dünnen Antisemitismusvorwurf. Als ob das irgendwas in ihre Richtung belegen würde, hängt Frau Kalveram (oder die Hagalil-Redaktion) auch gleich unter ihren Artikel den Werbetext der GegenStandpunkt-Veranstaltung. Auf der Veranstaltung selbst war aber, so weit ich das bis jetzt erkennen konnte, keiner der JournalistInnen die sich nun darüber empören. Muss man aber auch nicht gewesen sein. Um was es wirklich geht, fasst Frau Kalveram sehr schön selbst zusammen:

„Vielleicht hat sich die Nachricht noch nicht in Nürnberg herum gesprochen: Es gehört nicht zum Bildungsauftrag kommunaler Einrichtungen, das Existenzrecht Israels zu diskutieren. Seit 1948 existiert der jüdische Staat – mit dieser Tatsache sollte auch die “Stadt der Menschenrechte” leben können.“

Damit hätten wir dann in Nürnberg folgende Situation: Während Nazis „Schlagt den Roten (manchmal auch „Juden“) die Schädeldecke ein“-singend unter Polizeischutz am K4 vorbeiziehen, darf drinnen keine Kritik am Verhalten des Staates Israels mehr geübt werden.

P.S.: Bescheuerte Kritik am GegenStandpunkt in ähnlicher Richtung gab’s auch schon früher.

Nachtrag: Der Artikel von Doris Kalveram erschien wohl zuerst auf der Homepage Der Jüdischen.

Falsch geparkt?

16. Februar 2009

Bayrische Polizei mit Park-Problemen…

Kommunistenhatz in Nürnberg

Wie auch schon andere berichteten hetzen Lokalmedien und die Nürnberger Stadtspitze gerade gegen den Gegenstandpunkt. Der hatte eine Veranstaltung zum Konflikt im Nahen Osten in städtischen Räumen unter dem Titel „Noch ein Krieg für das unersättliche Existenzrecht Israels“ durchgeführt. Besonders bemerkenswert ist der Kommentar von Alexander Brock im antikommunistischen Kampfblatt Lokalblatt Nürnberger Nachrichten.
Zitat:

Doch ist bei der Marxistischen Gruppe klar: Sie steht der Demokratie feindlich gegenüber und kritisiert nicht nur den Staat Israel – nein, sie findet auch, dass das Land mit seinen Bürgern keine Existenzberechtigung hat. Die Protagonisten sind geschickt genug, das in ihren Texten zu verschleiern, um künftige Auftritte nicht zu gefährden.

Das ist also klar, Herr Brock? Man mag ja vom Gegenstandpunkt halten was man will, aber das ist schlicht Verleumdung. Vor allem dem Gegenstandpunkt zu unterstellen, dass er den Bürgern Israels das Existenzrecht abspreche, kann nur als schäbige Hetze bezeichnet werden. Ein weiterer journalistischer Tiefpunkt der SPD-nahen Nürnberger Nachrichten. Pfui!

Erwartungshaltung

7. Februar 2009

Etwas widersprüchlich, die Medienberichterstuttung zu den Protesten gegen die Sicherheitskonferenz in München:

Laut Polizei kamen rund 600 Menschen auf dem Marienplatz zusammen. Zwischenfälle gab es zunächst keine, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zu dem Protest hatte das „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ aufgerufen. Angemeldet waren den Angaben zufolge rund 2.500 Teilnehmer.

Focus.de, 7.2., 13:41 Uhr

Rund 2500 Kriegsgegner haben am Samstag in München gegen die 45. Sicherheitskonferenz protestiert. […] Die Veranstalter hatten mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet.

ad-hoc-news.de, 7.2., 16:04 Uhr

Nach Angaben der Polizei zogen am Samstagnachmittag rund 2500 NATO-Gegner durch die Innenstadt, die Veranstalter sprachen von etwa 5000 Teilnehmern.

dasjournal.net, 7.2., 16:03 Uhr

Zwitter greifen an!

5. Februar 2009

Zwischengeschlecht.info droht:

„Ignorante PolitikerInnen, Zwangsoperateure & Medizynerkonsorten, zieht euch besser warm an – 2009 wird erneut NICHT euer Jahr!“

Das Anliegen die faktische „Zwangsfestlegung“, also eine grausame Verstümmelung des intersexuellen Menschen, zu unterbinden, hat meine volle Solidarität. Es ist zum Kotzen, was den meisten intersexuellen Menschen kurz nach ihrer Geburt und auch lange danach in Deutschland angetan wird.

Burka, Niqab, Tschador – Hauptsache unsichtbar!

4. Februar 2009

Burka, Niqab, Tschador – Hauptsache unsichtbar!

Wenn Islamophobe über verschleierte Frauen reden, ist oft Verwirrung angesagt. Da wird der Niqab zur Burka, das Kopftuch zum Tschador, und so weiter (kennen wir schon). In Nürnberg regt sich gerade die CSU über ein Plakat des Nürnberger Amtes für internationale Beziehungen auf, auf dem im Comic-Stil klischeehaft Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen abgebildet sind.

Nürnberg Burka Negerlippen

Freilich, über Negerlippen, Sombreros, Schlitzaugen und Muselmanen-Schnurrbärte regt sich heute keiner mehr auf. Aber die Gestalt mit minzgrünem Gewand, wo nur die Augen rausschauen wurde von der CSU zielsicher als „vollverschleierte, mit Burka bekleidete Frau“ erkannt. Weiter, so echauffiert sich die Stadtratsfraktion der Christsozialen in einem „offenen Brief“, müsse man „sicherlich kein Islamexperte sein, um die eindeutig politische Aussage dieses Kleidungsstückes abschätzen zu können, das weltweit für die Unterdrückung und Entrechtung von Mädchen und Frauen steht.“

Dass die CSUler keine IslamexpertInnen sind (und welcher „Islamexperte“ ist das schon), glaube ich sofort. Ob den „unterdrückten und entrechteten“ Frauen, die solche Verhänge tragen allerdings damit geholfen ist, dass sie auf dem „Welcome“-Plakat der Stadt Nürnberg nicht mehr ihr repräsentatives Klischeebild wiederfinden, mag ich jetzt mal sehr bezweifeln. Naja, zumindest kann die CSU noch ein paar Irre mobilisieren:

„Neben positiver Resonanz hat der Streit eine bundesweite E-Mail-Kampagne ausgelöst, die das AIB per Mail mit grausigen Fotos von im Iran und anderswo gesteinigten Frauen, von erhängten Schwulen und zur Strafe abgehackten Fingern bombardiert.“

Quelle: NN-Online

Nächstes mal, liebes Amt für internationale Beziehungen, bilde lieber so was ab, dann gibt’s zwar auch Ärger mit der CSU, aber von denen gibt’s in Nürnberg mehr als Burka-TrägerInnen ;-)

Autonome Nürnberg