Rivalisierende Jugendbanden

27. August 2006

GysiNazis werden Gysis Handkanten-Karate-Schlag eventuell nicht zu spüren bekommen

Leider ist das gleichsetzen von faschistischer Gewalt mit antifaschistischem Widerstand nicht nur rechten Totalitarismustheoretikern vorbehalten. Auch Gregor Gysi hat sich im Potsdamer Verfahren gegen fünf AntifaschistInnen relativierend geäußert:

[…] hat sich Gregor Gysi, Bundestagsfraktionschef der Linkspartei und einer der Verteidiger in dem Verfahren, deutlich von antifaschistisch motivierten Übergriffen auf Rechtsextreme distanziert: „Jemanden niederzuschlagen ist nicht links – links sein bedeutet, die Welt sozialer und gerechter gestalten zu wollen.“ Nach einem gewalttätigen Angriff auf einen Rechtsextremen werde dieser sein Weltbild nicht ändern: „Er bleibt rechts.“

Das berichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten*. Weiter im Artikel wird’s aber noch schlimmer:

Gleichzeitig übte Gysi Kritik am Verhalten der Potsdamer Staatsanwaltschaft in dem Verfahren: „Sie hat überzogen reagiert“, sagte Gysi am Donnerstag Abend bei einer Veranstaltung in Potsdam. Mit so einer harten Vorgehensweise sei das Problem der Gewalt zwischen Jugendlichen nicht lösbar.

Zu kritisieren ist natürlich nicht der Tadel an der Potsdamer Staatsanwaltschaft, sondern das Verharmlosen des Kampfes gegen Faschismus als „Problem der Gewalt zwischen Jugendlichen“. Da sind sie wieder, die „rivalisierenden Jugendbanden“ (bitte passend dazu das Lied „Das bisschen Totschlag von den Zitronen anhören). Sie waren auch nie weg, in den Köpfen der Verharmloser und Problemgruppen-Finder. Während jedoch die Rechte gute Gründe für solcherlei Verdrehungen hat, ist das bei Gysi nicht so klar, was er damit eigentlich aussagen will. Im Kampf gegen Faschismus wäre ein Kotau vor dem staatlichen Gewaltmonopol jedoch genau dann, wenn dieser seiner Verpflichtung Menschen vor Nazis zu schützen nicht ausreichend nachkommt, ganau das falsche Signal. Vor allem, wenn er von einer (kleinen) Symbolfigur der Linken vollführt wird.

Achja, aufmerksam geworden auf den PNN-Artikel bin ich über das sehr nette Portal
Inforiot

*was für ein geiler Zeitungsname

Nett, aber warum tut ihr das?

Nun ist dieser Blog hier ja schon fast 5 Monate alt. Beim Schreiben habe nicht darauf geachtet, dass das irgend jemand interessant finden könnte was ich so schreibe. Die Qualität ist auch bewußt eher mies, da ich meist keine Zeit habe auf Formulierungen zu achten.

Manche von mir bearbeiteten Themen sind auch eher langweilig und nur für mich von Interesse.
Trotzdem haben mich überraschend viele Blogger verlinkt und x-berg hat mich beim Planet aufgenommen. Herzlichen Dank dafür. Danke auch an die, die regelmäßig auf diesen Blog schauen. Was mich allerdings schon interessieren würde:

Warum schaut ihr diesen Blog an/warum habt ihr ihn verlinkt?

Bitte sagt es mir (per Kommentar oder Mail: nachdenklich{at}gawab.com)

Wismar 2

25. August 2006

Das Video (Nazis in Wismar greifen Antifas an) mit Zeitlupe ansehen lohnt sich.
Bisher gesehen:

2:52 Stein schlägt Nazi Baseballschläger aus der Hand
3:07 Polizist fällt Funkgerät aus der Tasche (dachte zuerst, es wäre die Knarre)

Zusätzlich lässt sich noch sagen, dass es wirklich seltsam ist, dass die Polisten zwar gleich die Knarren ziehen, dann aber eher halbherzig einen Typen der soeben eine versuchte gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit schwerem Landfriedens bruch am Arm zupfen. (Ich meine, kurz bevor der Typ die Flasche wirft.)

Video: Nazis versuchen Antifa-Demo mit Waffen anzugreifen

24. August 2006

Ich denke mal das Video auf dieser Seite (Indymedia) zeigt ganz gut, warum Nazi-Läden auf keinen Fall für längere Zeit existieren sollten. Nehme mal an, dass zu Zeiten wenn keine Antifa-Demo in der Nähe ist das oder das passieren würde.

Völlig unverständlich* ist mir allerdings, warum die Polizei nicht alle rechten Schläger festgenommen hat.

*Natürlich nur deshalb, weil wenn die Situation umgekehrt gewesen wäre (Linke gehen mit Schlagstöcken gegen Nazis vor) bestimmt eine Massenfestnahme mit paraller Hausdurchsuchungswelle stattgefunden hätte.

Evil Souffles and the new third reich

19. August 2006

Lysis hat mein Interesse an Stephen Colberts „Colbert Report“ geweckt und es lohnt sich ab und zu reinzuschauen. Ich hab mir den Arsch abgelacht.

Papst oder Pabst?

15. August 2006

Nachdem der Blog infamy meinen Verschreiber „Pabst“ zurecht mit einem „sic!“ versehen hat, möchte ich darauf hinweisen, dass mir google genau gleich viel BesucherInnen über den „Pabst“ und den „Papst“ beschert hat.

Autsch!

13. August 2006

Heute fühl‘ ich mich schon den ganzen Tag mies. Vielleicht sollte ich ein bißchen rausgehen. migräne

Grass und der Pabst

12. August 2006

Ok, der Günther Grass war in der Waffen-SS. Früher hieß es immer, er war Flakhelfer. Bei Wikipedia wurde das bereits aktualisiert.

Grass hatte seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS erst im August 2006 eingeräumt, zuvor hieß es in den veröffentlichten Biografien des Schriftstellers stets, er sei 1944 Flakhelfer geworden und danach als Wehrmachtssoldat einberufen worden.

Wie der Spiegel meint, sei das ganz schön brisant. Weniger brisant sei, dass Grass im Kriegsgefangenenlager mit einem „Jungen namens Joseph“ geknobelt haben will. Dabei soll es sich um Joseph Alois Ratzinger gehandelt haben, so Grass, den heutigen Pabst Benedikt XVI also.

Dieser wurde laut Wikipedia „als Flakhelfer für den Schutz einer BMW-Fabrik außerhalb Münchens eingesetzt“. Grass wurde am 16. Oktober 1927 geboren, Ratzinger am 16. April 1927.
Die beiden waren also etwa gleich alt, trafen sich im gleichen Kriegsgefangenenlager. Ratzinger hatte es aber angeblich immer vermeiden können, zur Waffen-SS eingezogen zu werden. Wenn einer wie Grass bis heute verbergen konnte, bei der Waffen-SS gewesen zu sein wird es sicher noch andere geben. Historiker sollten schon mal die Legende des Pabstes überprüfen.

TERRORRRR!!!!

11. August 2006

Die britische Polizei vereitelt einen „Massenmord von unvorstellbarem Ausmaß“ und verursacht durch Sicherheitsmaßnahmen ein Verkehrschaos von unvorstellbarem Ausmaß.

Das alles verursacht nicht nur bei mir Skepsis von durchaus vorstellbarem Ausmaß.

Und wenn Rötzer angesichts dessen sagt, dass „man muss offenbar stark in die Kiste greifen, den Faschismus und gewonnene Kriege wiederbeleben, um dann vor allem wieder stärkere Antiterror-Gesetze zu fordern und Kritiker zu attackieren, die beispielsweise an Menschenrechte oder den Rechtsstaat erinnern, dass sie nichts verstünden, da es ‚um Leben und Tod‘ gehe“ bringt er die Sache ganz gut auf den Punkt.
Denn damit tun die „demokratischen“ Regierungen ja genau das was die Terroristen wollen: Unsere Lebensart zerstören. Denn zu meiner Lebensart gehört Handgepäck im Flugzeug und durch den Bahnhof laufen ohne ständig von Sicherheits-Arschlöchern genervt zu werden dazu.

Zum Abschluss noch der Ausspruch des KPD-Funktionärs Max Reimann*:

„… Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!“

*Wird zur Zeit in einer Kampagne des Arbeiterbundes verwendet. Auch wenn ich sonst kein Fan vom Arbeiterbund bin, das ist ein passendes Zitat zur momentanen Lage.

Schreibblockade

6. August 2006

Schreibblockade