Save the Farm

28. Juni 2006

In Los Angeles kämpfen 350 Familien und ihre UnterstützerInnen gegen die gewaltsame Planierung einer Stadtfarm. Dort sollen laut Aussagen der FarmerInnen Lagerhallen für Wal-Mart gebaut werden.

Artikel zur South-Central Farm auf Indymedia germany und Indymedia LA.

Don't take away our dreams - South central farmFarmer - South central farm

Die Bilder sind von hier.

Oh noooooooo!

25. Juni 2006

Miss Zauberblume hat meinen Blog von der Spitze bei google verdrängt. Beim Suchbegriff „nachdenklich“ bin ich nur noch Zweiter.

Doch Miss Zauberblume alias Obermaier Brigitte hat mich zu einem Gedicht inspiriert:

Ach, Zauberblume Du üble,
Hast mir genommen meinen Rang,
Gib ihn her bevor ich küble,
Es ist mir ach ein inn‘rer Zwang.

Wen juckt schon Deine Lyrik, Du
Kann mir das wer erklären?
Da fall‘n mir schnell die Augen zu,
Ich könnt‘ sie wohl entbehren.

So nimm die Seite fort ganz schnell,
Auf dass ich wieder glücklich werd‘
Denn die ist sehr speziell,
Und sicherlich nicht sehr begehrt.

Fussball-WM hautnah, 16. Tag

Gestern hab‘ ich mir eine Stunde lang die Fanfeierlichkeiten angeschaut. Kein Grund, meinen Eintrag vom 15. Juni zu revidieren.

Zur Lektüre empfohlen sei hier noch der Artikel Feiern bis zur Depression von Thomas Dudek auf Telepolis.

Das führt doch nahezu zwangsläufig zu der Frage, ob es nun schlimmer ist, wenn „die Deutschen“ feiern, oder wenn sie depressiv sind? Ich glaube schlimm ist, wenn sie es vor allem „als Deutsche“ tun, beides gleich.

So, damit’s nicht langweilig wird…

24. Juni 2006

Hat nachdenklich nun ein leicht geändertes Outfit.
Vielleicht mach‘ ich auch noch mehr.

Experiment

Ich hab‘ da noch so eine Dose trockenen Tabak rumstehen. Im Internet hab ich den Tipp gelesen, da eine Kartoffelscheibe reinzulegen, dann würde er wieder feuchter. Mal schauen, was das wird. Ob das dann frei werdende Acrylamid aus der Kartoffel wohl mehr krebserregend ist, als es der Tabak schon vorher war?

Castro raucht

Wunderbares Internet

22. Juni 2006

Mit meinem Eintrag WM-Spielplan bin ich jetzt schon unter den ersten Hundert Seiten, die Google bei der Anfrage „WM Spielplan“ ausspuckt. Schade bloß, dass hier kein WM-Spielplan steht und auch nie stehen wird.

Übrigens genau so wenig wie hier

Mensch, bin ich wichtig!

Google hat die Wichtigkeit dieses Blogs erkannt:

wichtig google nachdenklich

Mut und Feigheit können nah beinander liegen

21. Juni 2006

Mutig hatte die GEW die Broschüre „Argumente gegen das Deutschlandlied – Geschichte und Gegenwart eines furchtbaren Lobliedes auf die deutsche Nation“ gerade zur Fussball-WM wieder aufgelegt. Im Vorwort heißt es:

„Mit dieser Neuauflage erinnern wir an die Kritik des Deutschlandliedes aus dem Jahre 1989/90. Die eine oder der andere mag sich fragen, warum die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft dies gerade zur Fußballweltmeisterschaft 2006 tut. In der ersten Auflage hatte unser damaliger Bundesvorsitzender, Dieter Wunder, wohl auch in Hoffnung auf eine grundlegendere Aufarbeitung und Weiterentwicklung der Geschichte im Rahmen des Vereinigungsprozesses, in einer Presseerklärung pointiert formuliert: das „Deutschlandlied gehört ins Museum“. (Presserklärung vom 19. August 1991). Die heutige Stimmung, dass wir doch jetzt erst recht „wieder wer sind“, und doch seit 1990 weitere 16 Jahre zur Zeitspanne 1933- 1945 vergangen sind, also ein angeblich „natürlicher Patriotismus“ angesichts der gesellschaftlichen Probleme in diesem Land die richtige Antwort sei, all das ist uns nicht unbekannt. Als Bildungsgewerkschaft GEW treten wir ganz bewusst und ganz ausdrücklich solchen Stimmungen des Nationalismus und der „deutschen Leitkultur“ entgegen und betonen die Notwendigkeit einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart des Nationalismus in Deutschland und eben auch mit der Geschichte und Gegenwart des „Deutschlandliedes“, der Nationalhymne. Die Analyse von Benjamin Ortmeyer „Argumente gegen das Deutschlandlied“ leistet dafür einen fundierten Beitrag…“

Autoren des Vorworts sind Ulrich Thöne und Jochen Nagel. Eben jener Ulrich Thöne, der Vorsitzende der GEW, schrieb allerdings gestern, nachdem es wohl – Überraschung – zu negativen Reaktionen auf die Broschüre gekommen war, folgendes:

Stellungnahme des Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, zur aktuellen Diskussion um die deutsche Nationalhymne

1.Der hessische GEW-Landesverband hat zur Fußball-WM eine Broschüre aus dem Jahr 1989 neu aufgelegt. Der Titel: „Argumente gegen das Deutschlandlied“. Damals schien es möglich, dass für das vereinte Deutschland eine neue, zukunftsweisende Hymne gefunden werden könnte. Ich habe gemeinsam mit dem hessischen Landesvorsitzenden Jochen Nagel das Vorwort zu dieser Neuauflage geschrieben. Mit dem Vorwort wollten wir einen Beitrag zu einer kritischen Diskussion über die Nationalhymne leisten. Das hat bei vielen Menschen leider den Eindruck erweckt, die GEW wolle den Fans die Fußball-WM vermiesen oder spreche sich gar aktuell für ein Verbot oder die Abschaffung der Nationalhymne aus. Wir bedauern diesen Fehler und entschuldigen uns bei allen – vor allem den Pädagoginnen und Pädagogen – für den ihnen entstandenen Schaden.

2.Bereits im Vorfeld der Fußball-WM hatte die GEW in einer Presseerklärung am 7. Juni 2006 zum Engagement aller demokratischen Organisationen aufgerufen, um die Weltmeisterschaft zu einem weltoffenen und gastfreundlichen Ereignis zu machen. Rechtsradikale Störer sollten keine Plattform für ihre dumpfen Parolen bekommen. Dieser Wunsch aller Demokraten ist bisher in hervorragender Weise erreicht worden. Das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ wurde von den friedlichen Fans vorbildlich mit Leben erfüllt. Wenn heute junge Fußballfans die Nationalhymne singen, tun sie das aus Lebensfreude und zur Unterstützung der deutschen Mannschaft.

3.Diese Klarstellung konnte leider erst jetzt erfolgen, da ich mich bis gestern auf einem lange vorbereiteten Besuch bei der israelischen Partnergewerkschaft der GEW befunden habe. Zur Klarstellung gehört auch, dass diese Broschüre nicht an die Schulen, sondern vom Landesverband der GEW Hessen an seine Vertrauensleute geschickt wurde.

Na, Herr Thöne, als ob von 33-45 nicht aus voller Brust und „aus Lebensfreude und zur Unterstützung der deutschen Mannschaft“ die Nationalhymne gegröhlt worden wäre. Das ist aber leider nicht das Kriterium.

Worauf es wirklich ankommt, haben Sie im Vorwort zur Broschüre doch selbst geschrieben:

„Was wir […] ganz und gar nicht gebrauchen können ist ein Nationalismus, der die immer größer werdende soziale Kluft in diesem Land übertünchen soll“

Leider wird nun der Eindruck erweckt, dass es die GEW für einen Fehler hält, den mit der WM einhergehenden Nationalismus und die Identifikation mit der Nation über den Fussball, zu kritisieren.

Die Einleitung und das erste Kapitel der besagten Broschüre gibt’s bei Labournet als PDF

Fussball-WM hautnah, 12. Tag

Auch die letzten 24 Stunden musste die mittelfränkische Polizei keine gravierenden Sicherheitsstörungen im Zusammenhang mit der WM registrieren. Es blieb absolut friedlich.

Oder anders gesagt: Das Gerede vor der WM war nichts als Panikmache. Sogar die 70.000 Engländer, die in die Frankenmetropole gereist waren, hatten es nicht geschafft, den eher drögen (WM-)Alltag der Franken durcheinanderzuwirbeln.

Vielleich bringt die Ankunft der US-Mannschaft etwas abwechslung. Leider wohnt sie am Stadtrand, sonst hätte ich es vielleicht gehört, wenn doch jemand beschließt das Hotel zu sprengen (was wir natürlich nicht hoffen mögen).

Zumindest wird’s mit Ghana vs. USA noch mal spannend. Wenn Tschechien gegen Italien verliert ist für USA und Ghana noch alles drin.

Ganz schön extrem

Unter dem Titel „Linke Gewalt nimmt stark zu“ berichtet die „Maerkische Allgemeine“:

Bei der extremistisch motivierten Gewalt in Brandenburg verschieben sich offenbar die Gewichte. Während in den Jahren seit der Wende linksextreme Gewalt im Vergleich zu rechtsextremer fast komplett zu vernachlässigen war, zeigt sich in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ein neues Bild.

Nach Informationen der MAZ aus dem Innenministerium ging die Zahl rechtsextremer Gewaltdelikte von 48 auf 28 zurück – allerdings dürften durch so genannte Nachmeldungen bei der Polizei noch einige Taten hinzukommen. Gleichzeitig vervierfachte sich die Zahl linksextremer Gewalttaten von vier auf 17. Damit wurden in diesem Jahr bereits Ende Mai genauso viele linke Gewalttaten registriert wie im Gesamtjahr 2005.

Hier zeigt sich sehr schön, wie mit Gegenwehr gegen Nazis politisch umgegangen wird. Denn genau darum handelt es sich bei der „linken Gewalt“ wie die Maerkische ungeniert zugibt:

Die 17 linksextremen Gewalttaten – darunter 15 gefährliche Körperverletzungen – waren alle einer Konfrontation gegen rechts zuzurechnen.

In totalitarismustheoretischer Manier wird faschistische Gewalt mit antifaschistischer Gegenwehr gleichgesetzt. Kein Wunder, dass es mit der Bekämpfung des Rechtsextremismus* nicht so recht klappen mag.

*Der Begriff „Rechtsextremismus“ ist ebenfalls der Totalitarismustheorie entliehen, die von „Extremen“ von einer konstruierten „demokratischen Mitte“ ausgeht. Demzufolge könnte der „Rechtsextremismus“ auch nur ein starkes Abweichen vom Mainstream nach „rechts“ sein und nicht, was eigentlich richtig wäre, ein Ausdruck dieses Mainstreams**.

**Ich weiß, ist stark verkürzt.