Mensch muß nicht jeden Scheiss mitmachen…

29. Mai 2006

…auch wenn mensch Major der Bundeswehr ist.

So hat zumindest Major Florian Pfaff erfolgreich Befehle verweigert, die seiner Meinung (und nicht nur seiner Meinung) nach bedeutet hätten, dass er sich am Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak hätte beteiligen müssen.

Hier das Urteil

Und ein paar Radiobeiträge:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6

Obacht, ihr Zauberlehrlinge!

26. Mai 2006

Spielerisch werden Kindern und Erwachsenen die Möglichkeiten des zukünftigen Überwachungs- und Kriegsstaates nahe gebracht:

Harry-Potter-Zaubermantel könnte Wirklichkeit werden

Washington (AFP) – „Harry-Potter“-Erfinderin Joanne K. Rowling ist der Wirklichkeit möglicherweise nur einen Schritt voraus: Britische und US-Wissenschaftler glauben, dass der Zaubermantel, mit dem sich Harry Potter in seinen Abenteuern unsichtbar macht, Wirklichkeit werden könnte. „Das ist kein Science Fiction, denn die wissenschaftliche Theorie ist da“, sagte der Physiker John Pendry vom Imperial College in London, der eine Studie über den Harry-Potter-Zaubermantel mitveröffentlichte.

In der Theorie sei das Unsichtbarmachen leicht, erklärte der Elektrotechnik-
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und Informatikprofessor David Smith von der Duke-Universität in North Carolina. „Theoretisch ist alles möglich, was Harry Potter mit seinem Umhang anstellt“, sagte auch Physiker Pendry. In ihrer im US-Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Studie erklären die Forscher, zum Unsichtbarmachen müssten Licht- und magnetische Wellen lediglich um das verhüllte Objekt herum gelenkt werden. Wenn das Objekt das Licht nicht reflektiere, sei es für das menschliche Auge unsichtbar.

Allerdings sei es noch nicht gelungen, das hierfür notwendige Material herzustellen, schränkten die Wissenschaftler ein. Zurzeit lasse sich die Theorie allerdings noch nicht umsetzen, weil die Ingenieurswissenschaften noch nicht weit genug fortgeschritten seien. Derzeit forschen Wissenschaftler an der Herstellung von in der Natur nicht existierenden „Meta-Materialien“, die Licht nicht reflektieren und keinen Schatten werfen.

Auch wenn der Weg bis zum Zaubermantel noch weit sei, könnten die ersten unsichtbar machenden Materialien in etwa zwei Jahren zur Verfügung stehen, erklärte Pendry. Allerdings werde die erste Version sicher noch eher einem dicken Schirm ähneln als einem leichten Cape wie bei Harry Potter. Der britische Physiker forderte Wissenschaftler in aller Welt auf, „sich unserem Unternehmen anzuschließen und mit diesen neuen Ideen zu spielen“.

Die Arbeiten der an der Studie beteiligten Wissenschaftler werden teilweise vom Pentagon finanziert. Techniken zum Unsichtbarmachen hätten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im militärischen und zivilen Bereich, hieß es.

Aber sicher nix Gutes.
Vielleich müssten sich PolizistInnen aber mit solchen Mänteln nicht mehr im Nachhinein maskieren:
http://de.indymedia.org/2004/12/100676.shtml

Demokraten?

24. Mai 2006

Kein Wunder, dass das mit dem Kampf gegen Rechts nicht so recht klappen mag:

lechts und rinks

Hmm… da fällt mir ein Gedicht von Jandl ein:

Lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum

Gefunden auf www.nn-online.de

Lucky day

18. Mai 2006

Als ich heute von der Arbeit nach Hause schlurfte, fragte mich ein kleiner Mann, ungefähr mein Alter, auf der Strasse, ob ich englisch sprechen würde. Er fragte mich nach meinem Namen, stellte sich als „Yogi from india“ vor und schrieb etwas auf einen Zettel. Den drückte er mir in die Hand. Dann fragte er mich nach einer Zahl zwischen 1 und 9 und nach meiner Lieblingsblume. Da ich „Nelke“ nicht auf englisch sagen konnte, wählte ich – sehr unoriginell, ich weiß – die „rose“. Er erzählte mir, dass mein Glücksjahr sei, ich viel Sex haben würde (hört mensch gerne) und gab mir meinen persönlichen Glücksstein (eine sehr kleine Muschel). Dann bat er mich den Zettel zu öffnen und anzusehen. Überraschung! Es stand „rose“ und „7″ drauf. Dann bat er mich um eine kleine Spende. Ich hätte gerne für die gute Performance ein bisschen was gelöhnt, aber leider sieht’s bei mir im Geldbeutel nicht gut aus. Yogi sagte „maybe next time.“ Dem konnte ich nur zustimmen. Den „Glücksstein“ hab‘ ich trotzdem behalten.

Endlich wächst zusammen, was zusammen gehört

Die (ex)niederländische „Frauenrechtlerin“ Ayaan Hirsi Ali wird nach Informationen der niederländischen Zeitung „De Volkskrant“ in Zukunft für den Konservativen US-amerikanischen Think Tank „American Enterprise Institute“ arbeiten. Über das AEI schreibt das englische Wikipedia:

it has emerged as one of the leading architects of Bush administration’s public policy; more than two dozen AEI alumni have served either in a Bush administration policy post or on one of the government’s many panels and commissions.

Dass Ayaan Hirsi Alis „Islam-Kritik“ „den Amis“ in die Hände spielt, und das vorsätzlich, wird mensch jetzt doch bitte behaupten dürfen, oder?*

*Kritik, Anmerkungen und Beschimpfungen bitte als Kommentar

Viva Chavez! Viva Morales!

13. Mai 2006

Beim Lateinamerikagipfel, der zur Zeit in Wien stattfindet, versucht das Kapital naturgemäß seine Pfründe zu sichern, was ihm angesichts starker Gegner nicht so recht gelingt. Die Präsidenten von Venezuala und Bolivien machen es der „unsichtbaren Hand“, die sonst immer so schön den Reichtum den ProduzentInnen nimmt und den KapitalistInnen zuschaufelt, aber auch mutwillig schwer. Eine Podiumsdiskussion mit Chavez in Wien war übrigens hoffnungslos überfüllt, und so bekamen leider nicht alle mit, als Chavez Rosa Luxemburg zitierte und sagte: „Sozialismus oder Barbarei!“

Dem füge ich gerne ein weiteres Zitat der kleinen großen Kommunistin an:

Die Revolution wird sich morgen schon »rasselnd wieder in die Höh‘ richten« und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: »Ich war, ich bin, ich werde sein!«

Ein hübsches Paar

Und was erschreckt die Herrschenden:
Schaut hier

Lob den Widerständigen

12. Mai 2006

Über den Bewusstseinsstand in Deutschland Studierender muss mensch sich keine Illusionen machen. Die Mehrheit der StudentInnen ist karriereorientiert, hat keinen Geschmack und kein politisches Bewußtsein. Das bedeutet jede Regung von Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse aus den Reihen der StudentInnen sollte, sofern emanzipatorisch, unterstützt und gelobt werden. Was ich hiermit tue. Lob nach Köln, Duisburg, Bonn, Frankfurt (M.) und überall dort wo was los ist und los sein wird.

Paris - lang her

mehr Infos

Studiert, aber trotzdem doof

11. Mai 2006

In Hessen protestierten heute tausende StudentInnen gegen Studiengebühren. Die CDU-Abgeordnete Eva Kühne-Hörmann bezeichnete daraufhin die Demonstrationen als kontraproduktiv. Dass sie als Gebührenbefürworterin natürlich die Demos nicht gut findet jetzt mal außen vor. Ein bisschen belehren muß ich die studierte Rechtswissenschaftlerin aber trotzdem.

Weil die vier größten Bundesländer und Nachbarn Hessens – Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ebenfalls Studiengebühren planen, meint Frau Kühne-Hörmann, dass die „hessischen Studenten doch ein genuines Interesse daran haben [müssten], dass kein Hochschultourismus ausbricht und [die hessischen] Universitäten auf Grund dieser Entwicklung dann regelrecht überlaufen“.

Das ist natürlich Blödsinn Frau Kühne-Hörmann. Denn Studierende müssen schon seit langem mit anderen Studierenden um die Studienplätze konkurieren, denn die Hochschulen nehmen nicht unbegrenzt BewerberInnen auf. Unglaublich, dass so jemand, die offensichtlich keine Ahnung vom Bildungswesen hat, über Studiengebühren entscheiden darf.

Verschwörungstheorie als Unsinn entlarvt

10. Mai 2006

Hieß es Ende April noch „Die Familie einer der beiden Frauen sei bei den deutschen Sicherheitsbehörden bekannt […] Eine gezielte Provokation könne nicht ausgeschlossen werden. Wie die Stadtverwaltung Bonn ergänzend mitteilte, «gibt es Anzeichen», dass die Schülerinnen «nicht aus eigenem Antrieb» die Burka getragen hätten. Man müsse vielmehr befürchten, «dass sie in einer gelenkten und geplanten Aktion instrumentalisiert würden»

So sieht das heute komischerweise ganz anders aus:

„Auch die Eltern der Schülerinnen lehnen offenbar das Tragen von Niqab und Burka ab. Ein Elternpaar sei völlig entsetzt gewesen, als sie von dem Vorfall erfuhren, berichtete Stahnke. Auch gebe es keine Hinweise, dass die Schülerinnen einem muslimisch-extremistischen Umfeld zuzuordnen seien. Zuvor hatten die deutschen Geheimdienste vermutet, die Familie eines der Mädchen habe Kontakte zur umstrittenen Bonner König-Fahd-Akademie gehabt.“

Um was ging’s? Zwei Schülerinnen einer Bonner Schule waren verschleiert zum Unterricht erschienen (übrigens nicht in Burkas, sondern im Niqab, für die Kennerin). Daraufhin wurden die beiden von der Schule suspendiert. Die Stadtverwaltung Bonn und „deutsche Geheimdienste“ (interessant, dass die sich schon bei so einem Unfug für junge Frauen interessieren) sahen finstere Mächte am Werk, die „gelenkt und geplant“ SchülerInnen verschleiern um ihre verwerflichen Ziele zu erreichen. Nun, anscheinend war’s doch bloß die individuelle Entscheidung der beiden jungen Frauen, von denen sich eine nun aufgrund des Druckes wieder entschlossen hat, den Niqab wieder abzulegen. Die andere hat sich anscheinend von der Schule abgemeldet.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries nutzte übrigens die günstige Gelegenheit und forderte, SchülerInnen in Schuluniformen zu stecken.

Im Vergleich: Die Burka und der Niqab!
BurkaBurka
NiqabNiqab

Quellen:
hier, hier und
hier.

Alle Jahre wieder

3. Mai 2006

Was für die Stinos Weihnachten ist, ist für den radikalen Linken in Nordbayern der 1. Mai. Ein großteil jener (leider) kleinen Gesellsschaftsgruppe fährt dazu nach Nürnberg und nimmt an der revolutionären 1. Mai Demo teil. Das ist dann so wie der Weihnachtsgottesdienst. Viele gehen hin, andere bleiben daheim.

Demo 1. Mai

Danach steigt dann noch das internationalistische Strassenfest, bei dem dann das Äquivalent zum Familientreffen und gemeinsam unterm Maibaum bzw. hier Bierzelt sitzen angesagt ist.

Fest
Schön war er dieses Jahr wieder, der höchste Festtag der radikalen Linken.
Indymedia-Artikel